BeaT

Berufliche Bildung erneuern für die automobile Transformation (BeaT)

Qualifikatorische Bedarfsanalysen und Anpassungskonzepte zur Produktion, Zulieferung und Instandhaltung batteriegetriebener E- Mobilität

Forschungsprojekt2022-11-10T11:14:20+01:00

Das Forschungsprojekt BeaT erforscht die sozial-ökologischen Transformationsdynamiken in der Autozulieferbranche mit Schwerpunkt auf die Effekte für die Qualifikationsanforderungen von Beschäftigten. Das Projekt erstellt auf Basis von (vordergründig) qualitativer Empirie qualifikatorische Bedarfsanalysen und Anpassungskonzepte zur Produktion, Zulieferung und Instandhaltung batteriegetriebener E-Mobilität. U.a. im Zuge der Ansiedlung der ersten deutschen Auto-Batteriefabrik in Thüringen und der absehbaren Veränderungen bei Kunden, Zulieferern und Instandhaltung werden im Detail Qualifizierungsbedarfe identifiziert. Ein Abgleich mit bestehenden Aus- und Weiterbildungsangeboten wird Defizite (Mismatch) sichtbar machen, für die Lösungskonzepte sowie prototypisch Ergänzungsangebote entwickelt werden. Es handelt sich um ein Verbundprojekt mit dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS (Verbundkoordination), automotive thüringen und der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Wir treten als Verbund in den Austausch mit Qualifizierungsträgern und Branchenvertretern, Verbänden der Arbeitgeber und Gewerkschaften sowie politischen Entscheidungsträgern, um unsere Erkenntnisse für die automobile Berufsbildung der Zukunft bekannt zu machen und zu diskutieren.

Zusammenfassung

Das Projekt ermittelt die sich verändernden Qualifikationsanforderungen von Berufen, die sich speziell im Zuge von industriellen Transformationsprozessen im Rahmen der Energiewende und der Einführung von Elektromobilität ergeben. Diese Prozesse sind durch eine fortschreitende Digitalisierung und die Einführung von Industrie 4.0‐Technologien zur smarten Nutzung erneuerbarer Energien sowie zur Ressourcenschonung und ‐effizienz (Etablierung einer Kreislaufwirtschaft) gekennzeichnet. In manchen Branchen wie der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer ist die Transformation durch die Umstellung der Antriebssysteme und der zugehörigen Energiespeicher (hier exemplarisch batteriebetriebene E‐Autos) besonders gravierend, auch weil sie viele Betriebe und Beschäftigte betrifft. Hierauf wollen wir den Fokus legen.

Daher zielt das Antragsvorhaben darauf ab, eine neue Wissensbasis für die bedarfsgerechte Anpassung der beruflichen Aus‐ und Weiterbildung – exemplarisch in der Automobilbranche und ihrem industriellen
Umfeld – zu schaffen. Wir treten als Verbund in den Austausch mit Qualifizierungsträgern und Branchenvertretern, Verbänden der Arbeitgeber und Gewerkschaften sowie politischen Entscheidungsträgern, um unsere Erkenntnisse für die automobile Berufsbildung der Zukunft bekannt zu machen und zu diskutieren.

Illustration industrielle Herstellung

Assoziierte Partner

Illustration Praxispartner

Unternehmen, die Akteure der Mobilitätswende oder davon betroffen sind, wirken als Praxispartner im Projekt mit. Dies insbesondere im Blick auf die Erstellung und Evaluierung der prototypischen Umsetzung der Anpassungskonzepte.

Ein besonderes Interesse am Vorhaben mitzuwirken, insbesondere mit Blick auf die Erstellung und Evaluierung der prototypischen Umsetzung der Anpassungskonzepte, haben die Firmen Hirschvogel Aluminium GmbH (Teil der Hirschvogel Group) und Contemporary Amperex Technology Thuringia
GmbH, signalisiert.

Auch bei den Bildungs‐ und Transferakteuren können wir über unser Netzwerk eine bundesweite Verbreitung unserer Ergebnisse, aber auch einen Spill‐Over in andere Bereiche als der Elektromobilität erreichen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn und Schott‐Zeiss‐Bildungszentrum JBZ Jena, das seinen Schwerpunkt auf die Berufsausbildung in der optischen Industrie und IT legt, sowie der Aus‐ und Weiterbildungsverbund Altenburg ‐AWA‐ e.V., mit Schwerpunkten u.a. in Metall und Elektro/Automatisierung werden mit uns eng zusammenarbeiten. Gleiches gilt für die IHK Ostthüringen, die die Thüringer IHKs in Aus‐ und Weiterbildungsangelegenheiten auch im Deutscher Industrie‐ und Handelskammertag vertritt.

Arbeitsschwerpunkte

Im Fokus des ersten Teils des Vorhabens steht der Aufbau einer Wissensbasis: Im ersten Schritt werden die Bedarfe der Automobil‐ und ‐zulieferindustrie in Bezug auf die Qualifikationsanforderungen ermittelt. Dazu wird die Transformation zur Elektromobilität sowie die zunehmende Automatisierung in der Fahrzeugproduktion aus Experten‐ und Beschäftigtenperspektive erfasst. Am Ende sollen fundierte Aussagen zu potenziellen Aus‐ und Weiterbildungsbedarfen getroffen werden. Dies soll in einem zweiten Schritt mit den Qualifikationsangeboten im Aus‐ und Weiterbildungsbereich abgeglichen werden, um fundierte Aussagen dazu erlauben, welche Qualifikationsangebote inhaltlich modernisiert oder erweitert bzw. neu geschaffen werden sollten. In einem dritten Schritt werden Fehlstellen (Mismatch) in bestehenden Qualifizierungsangeboten und Fachkräfteengpässe identifiziert und entsprechende Empfehlungen für Anpassungskonzepte abgeleitet.

Im zweiten Teil des Vorhabens steht die prototypische Umsetzung und iterative Weiterentwicklung eines prototypischen Anpassungskonzeptes für die Modellregion Thüringen im Fokus: Hierzu wird gemeinsam mit unseren Praxispartnern ein Lösungskonzept für Thüringen entwickelt. Auf dieser Basis soll gemeinsam mit Partnern, die ein vertieftes Interesse an der Umsetzung des entwickelten Lösungsansatz signalisieren (Unternehmen und Bildungsträger), mindestens ein prototypisches Angebot entwickelt und umgesetzt werden. Dazu sollen entsprechende Lehrinhalte für ein oder mehrere Module entwickelt werden. Dies beinhaltet neben der gemeinsamen Definition der zu vermittelnden Inhalte und der Lernziele auch die Rekrutierung geeigneter Fachleute, die diese Wissensvermittlung übernehmen. Begleitend sollen Lehrmaterialien und ‐medien entstehen. Bei der prototypischen Umsetzung sollen insbesondere auch neuste Erkenntnisse zu den Potenzialen von innovativen Formaten (bspw. Blended Learning) Eingang finden. Die Entwicklung einer entsprechenden Lernplattform wird angestrebt. Die Erfahrungen, die bei der Umsetzung gesammelt werden und das erhaltene Feedback soll genutzt werden, um diese(s) Angebot(e) weiterzuentwickeln und nachhaltig in der Qualifikationslandschaft Thüringens zu verankern. Perspektivisch wird die Weiterentwicklung der Konzepte zu skalierbaren, überregionalen und branchenübergreifenden Aus‐ und Weiterbildungsangeboten angestrebt.

Illustration E-Learning

Förderkennzeichen: 03EI5221
Laufzeit: 10/2020 – 09/2024

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