Am 17. und 18. März 2026 fand im Tagungswerk Berlin der »Kongress zur Energieforschung in Industrie und Gewerbe« statt, organisiert im Rahmen der Begleitforschung EE4InG2. Vor dem Hintergrund veränderter energie- und geopolitischer Rahmenbedingungen bot der Kongress Raum für eine Standortbestimmung der anwendungsnahen Energieforschung und für den Austausch zwischen Akteur*innen aus Industrie, Wissenschaft, Politik und Förderinstitutionen.
Das DekaRB‑Projektteam war mit einem Posterbeitrag und einem begleitenden Pitch vertreten und stellte zentrale Arbeitsansätze des Projekts vor. Eingebettet in das Kongressmotto, schneller und zugleich fundierter wirksame Lösungen für die industrielle Transformation zu entwickeln, adressierte DekaRB insbesondere die Frage, wie technologische Innovationen strategisch, organisational und gesellschaftlich eingebettet werden können.
Der Kongress machte deutlich, dass klassische Fragestellungen der Energieforschung – etwa Effizienzsteigerung, Elektrifizierung oder der Einsatz erneuerbarer Energien – zunehmend mit Themen wie Resilienz, Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und sozialer Akzeptanz zusammengedacht werden. Diese Perspektive prägte sowohl die Impulsvorträge als auch die Podiumsdiskussionen. In den Publikumsfragen zeigte sich wiederholt ein Bedarf an Konzepten, die über rein technologische Lösungen hinausgehen und Transformationsprozesse ganzheitlich betrachten.
Vor diesem Hintergrund traf der Ansatz von DekaRB auf besonderes Interesse. Das Projekt konnte anhand seiner Studienergebnisse aufzeigen, wie gesellschaftliche und organisationale Aspekte bereits in frühen Phasen der angewandten Forschung berücksichtigt werden könnten – etwa als Grundlage für tragfähige Transformationsstrategien in Industrie und Gewerbe. Damit leistete der Beitrag einen gezielten Impuls zur Quervernetzung der Forschungsnetzwerke »Industrie und Gewerbe« sowie »Energiewende und Gesellschaft«.
Die interaktiven Kongressformate boten hierfür passende Anknüpfungspunkte: Während der Poster‑Session und des Poster-Pitchs am ersten Veranstaltungstag entstanden zahlreiche vertiefende Gespräche. Auch an den Thementischen des zweiten Kongresstages sowie in den Vernetzungsphasen wurde intensiv diskutiert, wie sich technologische Innovation, Digitalisierung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen wirkungsvoller zusammendenken lassen. Dabei wurden sowohl fachliche Schnittstellen zu anderen Forschungsprojekten (bspw. in der Lausitz) als auch mögliche Perspektiven für den Transfer in die Praxis identifiziert.
Insgesamt bestätigte der Kongress die hohe Relevanz integrierter Forschungsansätze für die industrielle Energiewende. Die Resonanz auf den DekaRB‑Beitrag zeigte, dass der systematische Blick auf gesellschaftliche, strategische und organisationale Fragen eine sinnvolle Ergänzung zur technologieorientierten Energieforschung darstellt und einen Beitrag zu einem vertieften Austausch zwischen den Forschungsnetzwerken leistet.